Mach Dir Dein Rad'l-Leben leichter!

Tipps aus unserer Fahrradfachwerkstatt

Regelmäßig Luft aufpumpen


Wussten Sie eigentlich, dass ein optimal aufgepumpter Fahrradreifen viel leichter rollt als einer, der mehr schlaff als straff auf der Felge hängt? Viel zu häufig sehen wir Fahrräder herumfahren, deren Reifen dringend 3 Minuten Aufmerksamkeit bräuchten. Nicht nur, dass das Radfahren dann deutlich weniger Kraft kostet. Auch Durchschläge beim Überfahren von Kanten kommen erheblich seltener vor und Mantel und Felge leben spürbar länger. Grundsätzlich gilt: Durch den Schlauch und das Ventil entweicht permanent etwas Luft, weshalb alle 4-6 Wochen der Luftdruck mindestens kontrolliert und evtl. korrigiert werden sollte. Denn: Fahren Sie über längere Zeit mit zu wenig Luftdruck, werden die Flanken rissig, was die Reifen vorzeitig altern lässt.

Und so mühevoll, wie das Luft Aufpumpen zu Kindertagen war, ist es heut längst nicht mehr. Dafür sorgen moderne Standpumpen, deren Pumpenköpfe in der Regel auf alle gängigen Ventilarten passen. Zudem sind sie mit einem praktischen Manometer ausgestattet, das anzeigt, wenn der optimale Reifendruck erreicht ist. Welchen Druck Ihr Reifen benötigt, steht bei allen Produkten auf der Flanke des Mantels. Dabei ist bei Qualitätsprodukten ein Druckbereich angegeben, denn natürlich hat das Gewicht des Fahrers einen deutlichen Einfluss auf den optimalen Reifendruck: Bei 65 kg Körpergewicht können Sie sich eher am unteren Druckbereich orientieren, bei 110 kg eher am oberen Bereich.
Zum Aufpumpen des Reifens sollten Sie wissen, was für ein Ventil der Schlauch hat. Auf dem deutschen Fahrradmarkt sind drei verschiedene Ventilarten gebräuchlich:

Das klassische Fahrradventil

trägt seinen Namen nicht umsonst: Es ist das an Alltagsfahrrädern am häufigsten verwendete Ventil in Deutschland. Kennzeichnend für diese Ventilart ist, dass das Ventil eingesteckt und mit einer Überwurfmutter gesichert wird. Der Vorteil: Es lässt sich bei Bedarf schnell und ohne Werkzeug auswechseln. Der Aufbau des Ventileinsatzes variiert je nach Hersteller und Qualität (Rückschlagventil aus Gummischlauch oder Kugel-/Zylindereinsatz). Zum Ablassen der Luft muss die Überwurfmutter gelockert werden, zum Aufpumpen muss nichts weiter beachtet werden. Nachteil: Nicht bei allen Bauarten dieses Ventils lässt sich der Luftdruck ohne weiteres Messen. Und es gibt immer wieder "Spaßvögel", die das einfache Öffnen des Ventils nutzen, um dem Rad die Luft abzulassen, oder die gar das komplette Ventil mitgehen lassen.

Das Sclaverandventil

kommt aus dem Radrennsport. Seine Bauart ist besonders tauglich für hohen Luftdruck und hält die Luft am besten im Schlauch. Der Ventilkörper ist schlanker, als bei den anderen Ventilarten (6 statt 8 mm). Deshalb sollte die Felgenbohrung für das Ventil ausgelegt sein, da bei zu großen Felgenbohrungen die Gefahr eines Ventilabrisses besteht. Sowohl zum Luft Ablassen, als auch zum Aufpumpen muss die kleine Rändelmutter gelockert werden. Nach dem Pumpen sollte diese wieder zugeschraubt werden. Diese mechanische Verriegelung ist der Grund dafür, dass dieses Ventil von allen am Markt am dichtesten ist.

Das Schraderventil,

nach seinem Erfinder benannt, wird ebenso bei Kraftfahrzeugreifen verwendet und heißt deshalb auch Autoventil. Der Vorteil dieser Ventile: Sie ermöglichen es, den Fahrradschlauch mit den Druckluftpumpen an Tankstellen aufzupumpen. Dabei sollte man allerdings etwas Vorsicht walten lassen, da die Pumpen auf die großvolumigen Autoreifen ausgelegt sind. Geschraubt werden muss bei diesem Ventil nichts, da beim Aufstecken des Pumpenkopfes der Ventilstößel heruntergedrückt wird, der es öffnet.

Alle drei Ventilarten sind gut. Lediglich persönliche Vorlieben und eben die Felgenbohrung sind entscheidende Aspekte für die Wahl des einen oder anderen Ventils beim Alltagsfahrrad.
Schauen Sie sich doch mal das an Ihrem Fahrrad verwendete Ventil an, investieren Sie in eine gute Standpumpe und schenken Ihrem Alltagsmobil wenigstens 1x im Monat die 3 Minuten Aufmerksamkeit, die es braucht, den Luftdruck zu prüfen und evtl. zu korrigieren. Sie werden sehen, wie viel leichter Ihre Fahrten mit dem Fahrrad werden.

Weitere Tipps rund um den Fahrradreifen finden Sie bei www.schwalbe.com/de/luftdruck.html